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Drei Meilen an der Unterelbe entdecken und erleben!

Das Alte Land. Willkommen auf einer Entdeckungstour durch das Alte Land.

„Zur Zeit der Blüte, wenn das ganze Land wie in einen weißen und rosigen Schleier gehüllt erscheint und ein tausendfältiges wohliges Leben darin summt und schwärmt und jubelt, bietet es einen Anblick dar, dessen eigentümliche Zauberpracht mit Nichts vergleichbar ist.“ So beschreibt Hermann Allmers 1858 in seinem „Marschenbuch“ das Erlebnis, das noch heute alljährlich Besucherscharen zur Blütezeit ins Alte Land zieht.

Mehr als 13 Millionen blühende Obstbäume verzaubern die Region am linken Ufer der Elbe zwischen Ende April und Mitte Mai in ein kilometerlanges weiß-rosa Blütenmeer.

Das Alte Land vor den Toren Hamburgs, im Dreieck zwischen Hamburg, Buxtehude und Stade gelegen, ist mit seinen etwa 30 km Länge und maximal 10 km Breite das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Deutschlands, ja sogar Nordeuropas. Doch das Alte Land hat weitaus mehr als Äpfel und Kirschen zu bieten.

So hat sich eine beeindruckende Dichte von kostbaren Baudenkmalen in dieser einmaligen Kulturlandschaft erhalten. Sehenswert sind die alten Fachwerkhäuser mit Ihren stattlichen Prunkpforten und eindrucksvollen Brauttüren, die zehn Kirchen, darunter acht mit gut erhaltenen oder restaurierten Orgeln des norddeutschen Orgelbaumeisters Arp Schnitger, Herrensitze, Windmühlen, Obsthöfe und Hofläden. Grund genug für die Altländer, sich mit Ihrer bäuerlich geprägten Kulturlandschaft um die Aufnahme in das Weltkulturerbe der UNESCO zu bewerben.

Aber das Alte Land ist nicht nur für Geschichts- und Kulturbegeisterte einen Ausflug wert: Hier kann man herrlich auf den Deichkronen und zwischen den Obstplantagen spazieren gehen, Rad fahren oder bei einer Busrundfahrt die unterschiedlichen Facetten des Alten Landes kennenlernen. Am Elbdeich locken Sandstrände zum Baden und auf der Elbe und den Nebenflüssen kann man Bootsfahrten unternehmen.

Ein besonders sinnliches Erlebnis erwartet den Besucher im Sommer und im Herbst, wenn die Bäume unter der Last der reifen Äpfel biegen und die Früchte in der Sonne leuchten.

Viele Obsthöfe bieten Gelegenheit, selbst Äpfel oder Kirschen vom Baum zu ernten. Aber einfacher ist es, sich in einem der vielen Hofläden am Straßenrand mit Obst oder mit anderen regionalen Köstlichkeiten zu versorgen.

Das Alte Land ist neu

Der wohlklingende Name „Altes Land“ hat mit alt nichts zu tun, sondern verweist auf die Besiedlungsgeschichte. Genau genommen sind große Teile der Region entlang der Unterelbe von Hamburg bis Stade neues Land, denn sie wurden erst seit dem 12. Jahrhundert gezielt durch Trockenlegung und Eindeichung dem Urstromtal der Elbe abgerungen. Noch heute durchzieht ein weitverzweigtes Entwässerungsgrabensystem das Land, zugleich schützen Deiche bei Hochwasser vor Überflutung.

Es waren holländische Kolonisten, die um 1135 dem Ruf der Stader Grafen, den Udonen, folgten und als erfahrene Wasserbautechniker das Sietland kultivierten. Viele geografische Namen im Alten Land wie u. a. Hollern, Hollerdeich, Nincop, Ladekop verweisen noch heute auf die Herkunft der Wasserbauer.

Drei Meilen vor Hamburg – wie kommt das Alte Land zu seinem Namen

 Merkwürdig erscheint zunächst die historische Aufteilung des Alten Landes in drei Meilen,weil ein Längenmaß für die Einteilung einer Fläche dienen soll. Ausgangspunkt für die Einteilung waren natürliche geografische Gegebenheiten, mit denen Zonen entlang des linken Elbufers bezeichnet wurden.

Die erste Meile von der Schwinge bis zur Lühe wurde zuerst eingedeicht und besiedelt (um 1140). Östlich davon reicht die zweite Meile von der Lühe bis zur Este mit Jork als historischem Zentrum. Sie wird auch die goldene Meile genannt. Hier war die Eindeichung Ende des 12. Jahrhunderts abgeschlossen. Die dritte Meile umfasst das Gebiet zwischen der Este und der alten Süderelbe bei Moorburg, deren Eindeichung später erfolgte.

Der Begriff Meile ist im Zusammenhang mit der Dritten Meile erstmals für das Jahr 1439 urkundlich nachweisbar. Damit ist die gängigste Variante der Namensgebung für das Alte Land hinfällig: Nämlich dass man von dieser Dritten, immer wieder überschwemmten Region als der neuen Meile gesprochen habe, im Gegensatz zu den beiden anderen bereits erschlossenen Meilen zwischen Schwinge und Este, die dann auf Plattdeutsch „dat ohle Land“ oder „Olland“ hießen. Historisch läßt sich diese plausibel klingende Erklärung aber nicht halten.

Altländer Brauttüren!

 Ein charakteristisches Merkmal Altländer Häuser bildet die Brauttür, die man nur von innen öffnen konnte. Sie führte in die Kofferkammer, die sozusagen die Schatzkammer des Hauses war. Hier wurden die wertvollen Kostbarkeiten der Familie aufbewahrt. Die Brauttür öffnete man nur zu zwei Gelegenheiten: Wenn der Bräutigam seine junge Frau und die Mitgift (in einer Truhe oder in einem Koffer) in das neue Heim führte – und im Todesfall, wenn der Leichnam eines Familienmitgliedes aus dem Haus getragen wurde.

Die Tür durfte aber auch im Notfall geöffnet werden. Trachten, Schmuck und andere Wertgegenstände waren ja schon beisammen und konnten z. B. bei einem Brand schnell aus dem Haus geschafft werden.

Die hölzernen Brauttüren sind ein- oder zweiflügelig, quergeteilt und reich verziert mit Schnitzereien und Ornamenten. In der Mitte über dem Türbalken, der ein Oberlicht abtrennt, befindet sich ein Medaillon, das den Namen des Hausbesitzers trägt. Hier sind oft springende Pferde eingeschnitzt umgeben von Blumen und Ranken, die aus einem Füllhorn quellen.

Borstel ist die flächenmäßig größte Gemeinde im Alten Land

 Borstel hat mit 12 km die längste und flächenmäßig größte Ausdehnung der Gemeinden im Alten Land. Es erstreckt sich entlang der Elbe zwischen Lühe und Cranz. Das alte Borstel, die sächsische Siedlung Zesterfleth (erstmals erwähnt 1221), war ursprünglich dort, wo heute Hahnöfersand liegt. Eine Sturmflut zerstörte 1412 die Kirche, der Ort versank in der Cäcilienflut im November des gleichen Jahres.

Auch die nachfolgende Siedlung wurde ein Opfer der Fluten. Daraufhin verlegt man die Nicolaikirche an ihre heutige Stelle an den Ausgang des Borstel-Ladekoper Fleets, der Zester, nahe der Mühle Aurora und dem Königsmarck`schen Hof. Anders als in den Bürgereien (==> Jork) anderer Altländer Orte hat sich im Deichhufendorf Borstel kein einheitlicher Ortskern gebildet.

Das Fleet macht den Reiz des Ortes aus und verlieh Borstel den Namen „Klein Venedig“. Die Ostseite des Fleets heißt Große, die andere Kleine Seite. Hier wohnten z. B. Fischer und Kleinschiffer, die im Borsteler Hafen arbeiteten.

Noch um 1900 herrschte am Hafen reges Treiben, wenn im Herbst die Äpfel auf die Ewer verladen wurden, um auf die Märkte nach Hamburg und sogar nach Berlin verschifft zu werden.

Ursprünglich lag Borstel an einem Elbnebenarm, der Hahnöfer Binnenelbe, die aber durch den Neubau der Deiche nach der Sturmflut 1962 von der Elbe abgeschnitten wurde. Der alte Borsteler Hafen, der bis dahin einer der wichtigsten Umschlagplätze für die Erzeugnisse im Alten Land war, musste stillgelegt werden. Noch bis in die 50er Jahre hatten hier Ausflugsdampfer angelegt.

Zu Borstel gehören die Ortsteile Lühe, Höhen, Kohlenhusen, Hinterbrack, Neuenschleuse, Gehrden und Wisch.

Sehenswertes

  • Traufenhaus, Große Seite 9 – gehörte vermutlich dem Gräfen Dehmel, der hier 1640 einen Krug besaß
  • Prunkstück des Ortes: Wehrt`sche oder auch Königsmarck`sche Hof, Große Seite 8, seit 1790 gehört der Hof der Familie Wehrt; auch die Häuser auf der anderen Seite des Fleets,
    an der Kleinen Seite 4-8 (erbaut 18./19. Jahrhundert) gehören alle zum Komplex des Königsmarck`schen Hofes, denn hier hatten die Bediensteten Ihre Wohnungen
  • Links der Strasse Am Elbdeich befindet sich der alte Hafen. Hier liegt das Museumsschiff „ANNEMARIE“. Das große Hafenbecken vermittelt einen Eindruck seiner historischen Bedeutung für den Obsttransport.
  • Rechts kommt man zur Mühle – Aurora, die auf der Deichkrone thront. Um 1860 wurde die alte abgebrannte Bockwindmühle durch einen Galerieholländer ersetzt. 1984 restauriert, erhielt sie Ihren neuen Nasmen nach der Enkelin des Grafen von Königsmarck–Aurora.
  • von der Mühle ca. 2 km in westlicher Richtung stehen einige sehenswerte Häuser, z. B. Am Elbdeich 32 (erbaut 18. Jahrhundert, umgebaut 1862 und 1950), ein Vierständerbau mit vierfach vorgekragtem Giebel und Am Elbdeich 30 ein kleiner zu Wohnzwecken umgebauter Fachwerkspeicher mit Reetdach. Am Elbdeich 10 steht ein Fachwerkhaus auf dem Deich, seit 1945 war hier Verwaltungssitz der Altgemeinde Borstel. Besonders hervorzuheben sind die Prunkpforten Am Elbdeich 28 und 25.

 

Cranz ist der östlichste Teil der Zweiten Meile und zu Hamburg gehörend

 Wie Francop und Neuenfelde gehört Cranz heute zum Hamburger Stadtgebiet. Die drei Stadtteile haben sich Ihre dörfliche Struktur weitgehend erhalten. Cranz hat knapp 1000 Einwohner, ist 1,5 qkm groß, gelegen an der Unterelbe sowie an der Este und ist damit der östlichste Teil der zweiten Meile. Als einziger Ort der zweiten Meile wurde Cranz durch das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 Hamburg eingemeindet.

Cranz war ursprünglich eine sächsische Siedlung namens Urenfleth, die vermutlich in der Cäcilienflut von 1412 untergegangen ist. Das wiederaufgebaute Dorf hieß bald „thom Krantze“ oder einfach nur „Crantz“.

Ein intensiver Fährverkehr verbindet Cranz mit dem am gegenüberliegenden Ufer der Elbe gelegenen Blankenese bereits seit dem 13. Jahrhundert, wobei beide Fischerdörfer miteinander um die Hoheit über die Fährverbindung stritten und konkurrierten. Hatte ein Cranzer Fährmann seine Fracht nach Blankenese gebracht, durfte er weder neue Ladung noch Personen ans andere Ufer zurückbefördern. So sah es die Fährgerechtigkeit vor und wer dagegen verstieß, wurde in Haft genommen. Das galt umgekehrt genauso für die Blankeneser.

Mit dem Beginn der Dampfschifffahrt endet für Cranz eine Ära. Cranz, das bisher immer im Zeichen der Schifffahrt und Fischerei gestanden hatte und jahrhundertelang ein wichtiger Hafen des Alten Landes und Heimat vieler Kapitäne gewesen war, musste sich neue Erwerbsquellen erschließen.

1851 zog auch die Seefahrtsschule von Cranz nach Grünendeich. Aber einen großen Zeugen aus der guten alten Zeit gibt es noch: die Sietas-Werft an der Estemündung.

HVV:
Elbfähre Cranz – Blankenese – Cranz,
Buslinie 150 von Cranz über Finkenwerder nach Altona

Hahnöfersand: Marschinsel in der Unterelbe

Hahnöfersand ist eine von vielen Marschinseln in der Unterelbe. Die Insel hatte eine Fläche von etwa 1,6 qkm, sie war 3,5 km lang und ca. 700 m breit. Der Insel ging Fläche verloren, als man den Deich zurückversetzte, um als Ausgleich für das zugeschüttete Mühlenberger Loch zwei Süßwasserwatts zu schaffen.

Eine Sage erzählt, dass nach einer Sturmflut nur noch der Kirchturm aus den Fluten ragte, der einen Hahn als Spitze hatte. Nach dieser Begebenheit soll der Name „Hahn öfer Sand“ (Hahn über dem Sand) entstanden sein.

Die Insel war ursprünglich mit dem Alten Land verbunden und wurde während der Cäcilienflut im Jahre 1412 vom Festland losgerissen. 1976 wurde Hahnöfersand im Rahmen von Flutschutzmaßnahmen eingedeicht und durch einen Damm sowie eine Straße wieder mit dem Festland verbunden.

1911 wurde auf der Insel ein Gefängnis eingerichtet, 1913 kamen die ersten Gefangenen nach Hahnöfersand. 1920 wurde die Justizvollzugsanstalt gegründet, 1997 kam das Frauengefängnis hinzu.

Hahnöfersand diente außerdem als ein Schauplatz der Rahmenhandlung in Siegfried Lenz`Roman „Deutschstunde“.

Jork ist Zentrum und Hauptstadt des Alten Landes

 Das weiß jeder Jorker: Aus Jork kommen die schönsten Frauen und die leckersten Äpfel Deutschlands, aber auch Deutschlands bester Maurer kommt aus Jork und träumt von der Weltmeisterschaft (Sebastian Wichern setzte sich gegen Konkurrenz durch - Abendblatt, 31.12.2011)

Jork ist das historische Zentrum des Alten Landes und als Strassenhufensiedlung entstanden. Hier kreuzen sich die Hauptverkehrswege des Alten Landes. Ursprünglich erstreckte sich der Ort in west-östlicher Richtung entlang der Jorker Wettern, die aber in den 1960er Jahren zugeschüttet wurden. Wo sich die Wettern mit dem Fleet, in das sie entwässerte, und der Obstmarschenweg mit der Straße Neukloster – Jork kreuzte, entstand während der holländischen Besiedlung die Ortsmitte.

Erstmals erwähnt wurde Jork 1221: „Der Bischof von Verden verleiht dem Verdener Andreaskloster den Zehnten von Jork“. Seinen Namen erhielt der Ort nach dem Einnehmer des Zehnten bzw. nach dem Namen seines Hofes, der „curia maiorica“ hieß. Er war Stammsitz der Herren von Jork, deren Geschlecht aber im Alten Land seit dem 13. Jahrhundert erloschen ist. Ein Zweig der Linie war nach Mecklenburg und nach Preußen ausgewandert. Seit 1659 war Jork ständiger Gerichts- und Verwaltungssitz der Landesgemeinde Altes Land. In Jork tagte die Ständeversammlung und das höchste Gericht des Alten Landes.

Heute ist Jork Sitz der gemeinsamen Verwaltung (Borstel, Jork, Ladekop, Estebrügge, Hove, Königreich, Moorende) und umfasst die Ortsteile Bürgerei, Jorkerfelde, Wester- und Osterjork sowie Gehrden.

In Jork warten viele Sehenswürdigkeiten auf den Besucher: schmucke Bauernhäuser entlang des Obstmarschenweges (Wester- und Osterladekop) sowie ein idyllischer Ortskern (Bürgerei) um die Kirche mit Traufenhäusern.



Das Zentrum des Ortes liegt rund um die Kirche St. Matthias. Eindrucksvoll ist der Gräfenhofaus der Mitte des 17. Jahrhunderts, der in den Jahren 1974 – 1980 restauriert und zum Rathaus von Jork umgebaut wurde. Der Name erinnert an die Gräfen, die hier Ihren Sitz hatten. Sie waren vom Landesherrn eingesetzte Beamte, die für Steuereinnahmen und Rechtssprechung zuständig waren. Die Gemeinde Jork hat 1987 für die umfangreiche Restaurierung des „Europa Nostra Diplom“ erhalten, einen bedeutenden Preis der internationalen Denkmalpflege.

Gemeinde Jork, Am Gräfengericht 2, 21635 Jork, Tel: 04162/9147-0

Auf der anderen Seite des Obstmarschenweges befindet sich die Bürgerei. Mit diesem Ausdruck bezeichnete man im Alten Land die Siedlungskerne der größeren Orte (z. B. in Steinkirchen, Mittelnkirchen und Estebrügge), die sich um die Kirche herum bildeten. Die Bürgerei in Jork besteht heute nur noch aus einem Ensemble von fünf Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert nördlich der Kirche.

Bürgerei 4:
War ehemals eine Brauerei, gegründet von Claus Mießner, der 1708 in Jork heiratete. Das Wohn- und Geschäftshaus aus dem 18. Jahrhundert (umgebaut im 20. Jahrhundert) hat heute im Erdgeschoss der Straßenseite Ladeneinbauten.
Bürgerei 6: Das heutige Sievers Hotel, hier wurden schon im 17. Jahrhundert Gäste bewirtet. Das Haus ließ Dr. Henricus von Haren erbauen, der um 1660 Richter in Jork und Gesandter beim immerwährenden Reichstag in Regensburg war.
Bürgerei 7:
Eine ehemalige Landesstube, in der heute die Bücherei untergebracht ist. Mathäus von Haren ließ das Gebäude 1658 errichten, damit ist es eines der ältesten Häuser im Alten Land. Hier tagten das oberste Gericht sowie die Landesversammlung. 1773 wurde das Haus verkauft und ging in Privatbesitz über. Nach einem ehemaligen Besitzer nennt man es das Portau`sche Haus. Spektakulär war eine Rettungsaktion von 1929 bis 1932, als das zweigeschossige Traufenhaus wegen einer Straßenverbreiterung abgerissen werden sollte. Man entschloss sich zu einer Verlegung des Gebäudes von 7 Metern. Dafür wurde das gesamte Gebäude auf Räder gesetzt.
Bürgerei 8:
Zum Ensemble der Bürgerei gehört schließlich das Fachwerkhaus Bürgerei 8 (18. Jahrhundert) mit zweifach vorgekragtem Westgiebel.

In der Schützenhofstr. Nr. 2 befindet sich das Organisten- und Gemeindehaus, ein Backsteinbau von 1847.

Gegenüber der Kirche auf der anderen Seite des Fleetes liegt der Gebäudekomplex Am Fleet 14, eine ehemalige Brauerei mit Gastwirtschaft, heute ein Eiscafe. Hält man sich von der Kirche links in Richtung Neukloster, kommt man nach ein paar Metern zum Westerminnerweg. Hier wurde beim Kastanienweg der Naturlehrpfad neu eingerichtet. Zwölf Schautafeln informieren rund um das Thema Obstbau.

Osterjork

Mansarddachhaus Osterjork 18 (1838) mit einer klassizistischen BRauttür und dreifach auf Stichbalken vorgekragtem Giebel.

Osterjork 45, erbaut um 1750

Osterjork 52, 64,und 76 – alle aus dem 19. Jahrhundert

Osterjork 80 – ein Prunkstück ist der Hof Rieper, er befindet sich seit 500 Jahren im Famileinbesitz. Das Haus wurde nach einem Brand 1920 neu errichtet, nur die Tür mit drei Darstellungen und Inschriften stammt noch aus dem alten Haus. Sie wurde vor 1920 vom fahrenden Künstler Heinrich Nehlsen geschnitzt.

Osterjork 81, 84, 97, 141 (erbaut 1758) – reetgedeckte Fachwerkhäuser

 

Westerjork
Schöne Fachwerkhäuser sind in Jork Richtung Westen zu beschauen:

Westerjork 22, das haus eines Apothekers aus dem 19. Jahrhundert

Westerjork 45 und 47, zwei Fachwerkhäuser mit Reetdach

Westerjork 48 (erbaut 1756), Kübbinghaus mit einer Obstscheune von 1751 

Unter der Anschrift Westerjork 49 ist seit 1990 das Museum Altes Land zu finden. Der Giebel des Fachwerkhauses (18. Jahrhundert) ist dreifach vorgekragt, die Knaggen sind farbig bemalt und mit flach geschnitzten Rosetten versehen. An der Rückseite des Hauses befindet sich eine Grootdör, oben im Giebel ein Eulenloch. Auf dem Grundstück befindet sich neben der Prunkpforte die älteste erhaltene Scheune des Alten Landes (1590). 

Weitere Beispiele für Altländer Fachwerkkunst stehen in Westerjork 65, 72 und 73

Leeswig liegt in der 2. Meile am westlichen Esteufer
Der Name Leeswig bedeutet so viel wie „Bucht im sumpfigen Schilf“ und wurde Mitte des 13. Jahrhunderts erstmals erwähnt, als ein Teil des Areals an die Söhne des Stader Vogts als Lehen vergeben wurde. Der Ortsteil gehört zu Königreich und liegt am westlichen Esteufer zwischen Königreich und Cranz. 

Aus dem 19. Jahrhundert stammen die drei Gebäude: Leeswig 19, 21 und 35. Das reetgedeckte Fachwerkhaus Nr. 21 hat eine hübsche Brauttür, sie ist zweiflügelig mit vier überschobenen Füllungen, geschnitzten Rosetten und Ranken. Nr. 35 ist ein symmetrisch gegliederter Putzbau mit Mittelrisalit und Säuleneingang von 1878.

Museum Altes Land: Geschichte des Alten Landes auf 320 qm
Das Museum stellt auf 320 qm die Alltagsgeschichte des Alten Landes vor: Arbeitstechniken des Alltags, Entwicklung des Deichbaus und Entwässerungstechniken werden anhand von Originalgeräten, Großfotos und Texttafeln vermittelt. Ebenso werden die Geschichte der Schifffahrt, der Häfen, der Fähren und der Werften dargestellt. 

Neben wertvollen Möbeln und Trachten gibt es eine Vielzahl von Werkzeugen zu besichtigen. Ein alter Pflug und Erntegeräte erinnern an vergangene Zeiten. Diverse Originalobjekte aus dem Obstbau wie Spritzen, Schlepper, Sortiermaschine u. a. veranschaulichen die Fortschritte in der Züchtung, der Baumpflege und der Sortierung. 

Unter der Anschrift Westerjork 49 ist seit 1990 das Museum Altes Land zu finden. Der Giebel des Fachwerkhauses (18. Jahrhundert) ist dreifach vorgekragt, die Knaggen sind farbig bemalt und mit flach geschnitzten Rosetten versehen. An der Rückseite des Hauses befindet sich eine Grootdör, oben im Giebel ein Eulenloch. Auf dem Grundstück befindet sich neben der Prunkpforte die älteste erhaltene Scheune des Alten Landes (1590).

Prunkpforten:  Statussymbole der Altländer
Diese außergewöhnlichen Bauwerke bilden den Hofeingang zu den großen Altländer Bauernhöfen und repräsentierten den Wohlstand ihrer Besitzer. Irrtümlicherweise werden sie auch als Brautpforte oder als Hochzeitspforte bezeichnet, die richtige Bezeichnung lautet aber Altländer Prunkpforte. 

Über der meist rundbogigen großen Wagendurchfahrt hängt eine große Traube, wohl als Fruchtbarkeitssymbol. Beidseitig angebrachte Löwenköpfe waren wahrscheinlich Statussymbol und stilisierte drohende Torhüter in einem – ein bisschen Spökenkiekerei kann eben nicht schaden. 

Ein kleinerer Durchlass dient als Personendurchgang, das darüber befindliche feine Schnitzwerk bildet das Fundament für eine Stab- und Säulenreihe. Starke, schräg stehende Balken stützen die drei tragenden Pfosten, auf deren Kopfbändern das mit Pfannen eingedeckte Walmdach liegt. 

Die Pfosten sind weiß gestrichen, während die Sinnzeichen, die feinen Holzschnitzereien über dem Personendurchlass sowie die Profilierungen des Holzwerkes bunt abgesetzt sind. 

Man nimmt an, dass die am Kirchenbau beteiligten Handwerker diese herausragenden Arbeiten im 17. / 18. Jahrhundert gefertigt haben, aber der Ursprung der Prunkpforten ist ungewiss. Es gibt auch Neuanfertigungen, wie am Museum Altes Land, in Borstel, In Neuenkirchen und in Neuenfelde. Die ältesten und schönsten Exemplare stehen in der dritten Meile. 

Auf Plattdeutsch nennt man das Kunstwerk schlicht „Puurt“, also Pforte, eine Bezeichnung, die man gern an den Familiennamen anhängte. Den „Puurten-Quast“ konnte man auf diese Weise leicht von den anderen Familienmitgliedern gleichen Namens unterscheiden.

Beispiele: Prunkpforten im Alten Land

 

  1. Bassenfleth, Am Deich 4
  2. Borstel, Am Elbdeich 25 – erbaut 1970
  3. Borstel, Am Elbdeich 28 – restauriert 1916
  4. Borstel, Lühe 36 – erbaut 1939 aus Anlass des 50. Geburtstages des Hausherrn
  5. Guderhandviertel, Nr. 32 – erbaut 1844, renoviert 1954
  6. Jork, Osterjork 80 – erbaut 1906
  7. Jork, Museum Altes Land – Nachbau aus der Mitte der 1990er Jahre
  8. Mittelnkirchen, Mittelkirchen Ort 17 – erbaut 1756, 1944 erneuert, 1978 erhöht
  9. Neuenfelde, Alter Fährdeich, Jonas-Hof – erbaut 1690
  10. Nincop, Nincoper Str. 45
  11. Nincop, Stellmacherstr. 9, Hof Palm – erbaut 1619
  12. Steinkirchen, Am Windmüller
  13. Twielenfleth, Am Deich 31
  14. Neuenkirchen, Dorfstr. 56 – der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident Heinrich Hellwege ließ vor seinem Haus eine neue Pforte errichten, heute Dorfgemeinschaftshaus (Nachbau)
  15. Neuenfelde, Schießsportanlage – der Schützenverein hat ebenfalls eine Pforte neu errichten lassen

Sietas, heute Pella Sietas in Hamburg Neuenfelde: Traditionsreiche Werft im Alten Land
1635 gründet Carsten Sietasch (das „ch“ verlor sich im Lauf der Zeit) die Werft, die mit dem Bau von hölzernen Booten und Kuttern begann. Heute ist die Sietas-Werft mit ca. 650 Mitarbeitern die älteste Werft Norddeutschlands. 

Durch die Verwendung von besten Eichen- und Buchenstämmen sprach sich die Qualität der Zimmermannsarbeit von der Este bald herum. In einer ersten Blütezeit zwischen 1818 und 1899 wurden Schoner, Briggs und große Segelschiffe gebaut. 

In der Folgezeit wurden bis 1941 vornehmlich Steinewer, Fischkutter und Vollmastschoner produziert, aber bereits seit 1908 erfolgte die allmähliche Umstellung vom Holz- auf Eisenschiffbau. Ab 1935 widmete man sich dem Serienschiffbau von Küstenmotorschiffen. Seit 1966 liegt der Schwerpunkt auf Feeder-Containerschiffen und Kühlschiffen. 

Damit die Schiffe sicher aus der Werft auslaufen können und um die aktuellen Bedürfnisse des Hochwasserschutzes erfüllen zu können, wurde das alte Sperrwerk im Jahre 1999/2000 für 50 Millionen DM durch ein Neues ersetzt. Es ist auch Haltestelle für die Personenfähren der HADAG, mit denen man in etwa 25 Minuten in das Nobelviertel Blankenese übersetzen kann.

Wisch: Das Fährhaus Kirschenland in Wisch hat eine lange Tradition
Am Elbdeich zwischen Lühe und Neuenschleuse liegt der Borsteler Ortsteil Wisch mit dem Oberfeuer aus dem 19. Jahrhundert. Hier steht im Burweg 1 ein Fachwerkhaus, ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert mit einer nahezu unverändert erhaltenen Obstscheune von 1860 und im Burweg 9 ein weiteres Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert. Der Torbalken mit der Jahreszahl 1664 stammt aus einem älteren Vorgängerbau. 

Etwa 1,5 km entlang des Deiches Richtung Neuenschleuse stehen zahlreiche sehenswerte Häuser, neben den typischen Fachwerkbauten (Wisch 24, 23, 20 und 12) kann man hier schöne Backsteinhäuser (teilweise verputzt) mit kunstvoll verzierten Giebeln und klassizistischen Säuleneingängen sehen: Wisch 39 und 26

Besonders kunstvoll präsentiert sich das Haus Wisch 1, das um 1900 erbaut wurde. Der prunkvolle Gartenzaun von 1909 steht ebenfalls unter Denkmalschutz. 

Wer sich unterwegs stärken will, kann das Fährhaus Kirschenland besuchen, die Gaststätte hat hier eine lange Tradition.